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CSA-Beispiele in Deutschland

Die einzelnen CSA-Höfe sind individuell unterschiedlich organisiert. Genauere Informationen zu den einzelnen Höfen, zur Produktverteilung, den Mitgliedsbeiträgen, der Entscheidungsfindung und individuellen Schwierigkeiten finden sie in den Beschreibungen der einzelnen Beispielhöfe.

Schwierigkeiten und Lösungsansätze

Insgesamt stellt die Neugründung einer Community Supported Agriculture eine große Herausforderung für alle Beteiligten dar, da es sich um ein relativ neues und unbekanntes Konzept handelt.

Zwar nimmt u.a. seit dem Kinofilm "Farmer John" die Bekanntheit des CSA-Konzeptes auch in Deutschland deutlich zu und stößt in vielen Kreisen auf Interesse. Dennoch ist es generell schwierig, innerhalb schon vorhandener Strukturen und Denkweisen, Neues auszuprobieren und sich tatsächlich darauf einzulassen.

 

Den Mitgliedern muss durch Öffentlichkeits- und Informationsarbeit vermittelt werden, dass sie tatsächliche Verantwortung für die Landwirtschaft mit übernehmen. Es ist eine Herausforderung ihnen das nötige Bewusstsein für die landwirtschaftliche Produktion zu vermitteln und sie aus ihrer passiven Konsumentenrolle herauszuholen. Auch der nötige Zeitaufwand sollte hierbei nicht unterschätzt werden.

Ihnen muss auch das nötige Vertrauen vermittelt werden.

Die Erfahrung zeigt, dass dies am effektivsten durch persönliche Kontakte, Informationsveranstaltungen auf dem Hof oder in der näheren Umgebung, sowie über ansprechende Flyer und die Presse erreicht wird.

 

Auf Verbraucherseite gibt es verschiedene Gründe, die zu Besorgnis und Unsicherheit führen können. Zum einen fühlen sich viele in
ihrer Freiheit und Flexibilität eingeschränkt, wenn sie sich für ein Jahr verbindlich festlegen und damit auch, die durch die Jahreszeiten bedingte saisonale Vorgabe der Lebensmittelversorgung akzeptieren. Hier fehlt es oft auch an dem nötigen Bewusstsein über die Produktion und Herkunft von Lebensmitteln generell und somit auch an einer angemessenen Wertschätzung. Es kann anfänglich zu wenig Vertrauen in das Konzept vorhanden sein. Aufgrund fehlender Kontrollmöglichkeiten und Garantie, dass man seinen Beitrag erhält, kann die Sorge entstehen, dass Missbrauch betrieben werde. Auch die notwendige Auseinandersetzung mit den anderen Mitgliedern und eine gewisse gegenseitige soziale Kontrolle kann Vielen zunächst ungewohnt und dadurch unbehaglich erscheinen.

Vielen Verbrauchern erscheinen die Beiträge zunächst auch als zu hoch, wenn sie sonst auch konventionelle Produkte einkaufen.

An dieser Stelle sollte darauf hingewiesen werden, dass der Lebensmittelbezug über eine CSA sich als deutlich günstiger darstellt, als beim Einkauf von Produkten mit entsprechender Qualität.

Außerdem sollten auch die zusätzlich entstehenden "Leistungen" wie Bildung, der Zugang - insbesondere für Kinder - zum Hof und somit zu Pflanzen, Tieren und der Nahrungsmittelproduktion sowie die Zugehörigkeit zu einer Gemeinschaft nicht vergessen werden.

 

Finanzielle Engpässe sowie die Ermittlung angemessener Beiträge sind immer wieder ein Thema auf den CSA-Höfen. Hier ist vor allem gefordert, den Mitgliedern ein tieferes Verständnis des Konzepts und der Zusammenhänge der Landwirtschaft mit Umwelt und Gesellschaft zu vermitteln und Bewusstseinsarbeit zu leisten. Ein schönes Beispiel dazu - aus der Öffentlichkeitsarbeit des Kattendorfer Hofes - finden sie hier.

 

Als häufige Anfangsschwierigkeit stellt sich die Kalkulation der benötigten Produktionsmengen dar. Auf der einen Seite ist es oft schwierig für die Verbraucher, ihren Lebensmittelbedarf einzuschätzen. Und auf der anderen Seite benötigen auch die Landwirte eine gewisse Klarheit darüber, welche Mengen unter bestimmten Gegebenheiten produziert werden können. Hierzu haben sich neu entstandene CSAs an erfahrene CSA-Projekte wenden können und auch in vielen anderen Punkten Unterstützung bei der Gründung erhalten.

 

Sofern konventionelle Vermarktungsformen und CSA parallel laufen, können die organisatorische Durchführung und Dokumentation für Schwierigkeiten sorgen. Klare Strukturen sollten hier für Ordnung sorgen.

Da eine gewisse Kommunikation und Zusammenarbeit vieler und unterschiedlicher Personen notwendig wird, ist auch mit zwischenmenschlichen Missverständnissen und Konflikten zu rechnen. Hilfreich kann es sein, im Vorfeld gewisse Umgangsformen und Lösungsstrategien zu entwerfen bzw. klar Verantwortliche für die Aufgaben der Mitgliederbetreuung, Finanzverwaltung, u.a. zu benennen. 

Zur Vorbeugung von Konflikten sind sicherlich ein guter  Kommunikationsfluss und regelmäßiger Kontakt erforderlich. Auch eine gute Dokumentation, in Form von Protokollen der regelmäßigen Treffen, Rundbriefen zum Geschehen in Landwirtschaft, u.a. hat sich bewährt.

 

Bei CSA-Höfen, die feste Beiträge sowie zugeteilte Mengen haben, führt die Berücksichtigung von Sonderwünschen zu einem sehr hohen organisatorischen Aufwand. Hierfür wurde bisher kein Lösungsansatz gefunden, da man der Ansicht ist, die Mitglieder sonst möglicherweise zu verlieren.

 

Die Altersvorsorge der Landwirte in einer CSA muss bewusst mit einberechnet werden. Zum Teil besteht hier die Hoffnung, den Gemeinschaftsgedanken und das Bewusstsein der Gemeinschaft auf
diesen Bereich auszudehnen um somit in Zukunft eine gegenseitige Sozialversicherung zu etablieren.

Die Landwirte des Gärtnerhofs Entrup hingegen, sind Angestellte der Genossenschaft "Gärtnerhof Entrup eG" und erhalten ein festes Gehalt, von dem sie sowohl in die Krankenversicherung, als auch in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen.

 

 

 

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