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Hofbörsen und Prozessbegleitung

Trotz des offensichtlichen Bedarfes finden Existenzgründer und abgebende Landwirte nur schwer zueinander. Zwar steigt jährlich die Zahl der außerfamiliären Übergaben, dennoch gibt es auch Schwierigkeiten, die den Einstieg bzw. Ausstieg erschweren. Dabei ist die Finanzierung der Existenzgründung und die Abfindung der Altbauern nur ein Problem. Den abgabewilligen Landwirten und Existenzgründern fehlt bisher eine passende Beratung. Zwar bieten einige kirchliche Einrichtungen, wie z.B. die landwirtschaftlichen Familienberatungsstellen, entsprechende Beratungsgespräche an, aber dies auch nur punktuell und für viele Bauern noch nicht bekannt.
Das "Nicht-Loslassen-Können" und der Eintritt in einen neuen Lebensabschnitt – auch ohne Landwirtschaft – ist ein Problem vieler Altbauern. Dazu kommen noch neue Ideen der Nachfolger, die eine Entscheidung zur Hofabgabe erschweren.

Auf der Seite der Neugründer besteht oftmals noch Bedarf an Selbstklärung und Orientierung: Stimmt die Motivation, welche Wünsche verbinde ich mit der eigenen Existenz? Wird eine mögliche Zusammenarbeit mit den Altbauern funktionieren? Diese und andere Fragen müssen beantwortet werden, damit der Einstieg erfolgreich gelingen kann. Auf der anderen Seite muss auch berücksichtigt werden, dass in der Landwirtschaft eine Existenzgründung wesentlich stärker an eine bereits vorhandene (landwirtschaftliche) Betriebsstelle gebunden ist, als in anderen Branchen. Die Suche nach einem konkreten Standort ist daher für landwirtschaftliche Existenzgründungen elementar. Die Wahl des richtigen Ortes fällt den jungen Menschen oft nicht leicht.

Bisher gibt es nur Hofbörsen einzelner Landgesellschaften, die mit ihren marktorientierten und am Immobilienmarkt ausgerichteten Instrumenten die oben beschriebenen Bedingungen nicht erfüllen können. Primäres Ziel ist hierbei vielmehr die "marktgerechte Verwertung" der Hofstelle. Der Mensch mit seinen Bedürfnissen tritt hierbei in den Hintergrund. Daran haben aber viele Landwirte kein Interesse. Ihnen geht es in erster Linie um die Erhaltung des Betriebes als Ganzes.

Neue Hofbörsen können in Zukunft die Suche nach einer Hofstelle unterstützen. Eine besondere Bedeutung erlangen sie aber nur dann, wenn es ihnen gelingt, eine zentrale Anlaufstelle für die Beratung von Existenzgründern zu werden und die Hofübergabe nicht als Geschäft, sondern als elementaren Prozess zu verstehen. Dieser reicht von der "Agrar-Seelsorge" bis hin zur Unternehmensberatung.

 

 

 

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